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Christian Ortner - eine Fototmontage
(Ortner trägt keine roten Krawatten)



Hotel California



California girl?



California dreams
ttt
Thomas Lukscheider


Ortners Treibjagden


Dass Christian Ortner zu Haiders Buberl-Partie gehört oder zumindest gern dazugehört hätte, lässt sich seinem
Pamphlet gegen Robert Menasse entnehmen.


Kalifornische Buberl-Allüren

In seinem neuesten Artikel über angebliche Treibjagden auf Reiche steht Christian Ortner in der Tat andächtig wie ein Buberl mit einem lauten „Booooaaaah“ vor zwei ganz grossen Konzernen: Apple und Red Bull.

Besonders die kalifornischen Riesensaurier imponieren dem "Presse"-Paukisten. 28 Mammutkonzerne habe Kalifornien in den letzten 25 Jahren hervorgebracht, schwärmt Ortner, Österreich nur einen: Red Bull.

Schön. Und nun? Was haben die Gigantenkonzerne den Menschen gebracht? Kalifornien hat eine Arbeitslosigkeit von 12%, Österreich steht mit 5% noch vergleichsweise gut da. Österreich hat eine Staatsverschuldung von 80%, die USA liegen bei rund 100 Prozent. Kalifornien gehört zusammen mit Illinois und Texas zu den am höchsten verschuldeten US-Staaten.

Nicht die Grosskonzerne schaffen und sichern Arbeitsplätze, sondern kleine und mittelständische Firmen. Das ist Ortner wohl entfallen. Hier die WKO-Statistiken zu dieser Tatsache (1). Selbständige sowie kleine und mittlere Unternehmen zahlen relativ brav ihre Steuern, Grosskonzerne kaum noch. Sie rechnen sich arm, schaffen ihre Gewinne in Steueroasen, erpressen vom Staat Steuerdumping, anstatt sich an den Gemeinwohlaufgaben (Verkehrs- und Energieumbau, Infrastruktur, Bildung, Gesundheit) angemessen zu beteiligen.


Mammuts und Misere

Wohin Ortners 28 Mammut-Konzerne Kalifornien gebracht haben, zeigen die folgenden Fakten:

20% der Einwohner von Los Angeles beziehen derzeit Sozialhilfe.
1977 gehörte Kalifornien zur US-Spitze bei den Bildungsausgaben, heute liegt es unter den US-Staaten auf Rang 48.
In den letzten 25 Jahren hat Kalifornien 23 Gefängnisse gebaut, aber nur eine Universität.
Ein Viertel aller Kalifornier unter 65 Jahren hat keine Krankenversicherung.
Die Jugendarbeitslosigkeit ist in den USA auf rund 16% gestiegen, in Kalifornien liegt sie bei über 30%.
(Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article106140814/Finanzkrise-stellt-eine-ganze-Generation-ins-Abseits.html)


Teibjagden

Mit Zahlen, Fakten und Recherchen stand Ortner immer schon auf Kriegsfuss. Er liebt das Grobe. Von einer "Teibjagd auf die Reichen" klagt er, weil Frankreich es wagt, von Einkommensmillionären ab der zweiten (!) Million 75% Steuern einzuheben.

Treibjagden sehen anders aus.
Treibjagden finden derzeit in Griechenland oder Spanien statt, wo Löhne und Renten um 20% gekürzt, wo Kranke nicht mehr angemessen behandelt und wo Protestierende mit Tränengas und Gummigeschossen durch die Strassen gehetzt werden. Jagdgesellschaften gibt es auch in Österreich, da nämlich, wo Herr Platter und Mensdorff-Pouilly zum Halali auf Pöstchen und Apanagen blasen.
Christian Ortner meint hingegen, ein Heckenschütze sei, wer von Besserverdienenden mit mehr als 250.000 Euro Jahreseinkommen eine Anleihe für die Lösung der Finanzkrise verlangt.


Traumata und rechte Typoi

Buberln neigen zu Übertreibungen. Sie neigen auch zu Flegeleien. Regelmässig rutscht Christian Ortner ins Vulgäre und Ordinäre ab. Sein Repertoire reicht von "Schwanzlängenvergleich" über "sonstwo hinstecken" bis "kotzpopulistisch".

Das ist Anlass, ein wenig den Werdegang und die Psyche des Christian Ortner zu beleuchten.

Die rechte Szene in Österreich hat verschiedene Typoi hervorgebracht. Da ist der "giftige Intrigant" (Typus Haider), dann die "polternde Mimose" (Typus Strache) und eben der Typus Ortner, der "anti-soziale Zyniker". Den dreien gemeinsam ist eine tiefe narzisstische Kränkung, sie kennen kein Mass, neigen zu verbaler Gewalt. Verletzte Eitelkeit kann sich in schweren Fällen sogar zu einem Tourette-Syndrom auswachsen. Es fehlt der sich selbst belächelnde Humor.

Wer das Interview mit Christian Ortner bei DATUM liest, wird an seinen Antworten einiges entdecken, was den neoliberalen Trommler bis heute wurmt und wofür er nun anscheinend ständig Rache an der schnöden Welt nimmt. Der Rausschmiss bei der Wirtschaftswoche, das Scheitern ambitionierter Pläne bei FORMAT, der Karriereknick nagt noch heute an ihm. Starke Naturen setzen das um in Zivilcourage, soziales Engagement und künstlerische Projekte, schwache Charaktere lassen ihren Groll an den vermeintlich Schuldigen und sozial Schwachen aus. Vieles in Ortners Beiträgen klingt wie der Nachhall seiner Traumata, wie beleidigtes Dauer-Raunzen aus dem Schmollwinkel.


Zurück zu Apple, Kalifornien und Red Bull.

In der Mittelpassage seines jüngsten Artikels hat Ortner eine Vision. Er schreibt: "Denn wüchsen die Konzerne in der Alten Welt so munter wie zwischen San Francisco und San Diego, wären ziemlich viele Probleme gelöst. Allein Apple – nur einer jener 28 neu entstandenen Weltkonzerne – hat in den USA etwa 500.000 Jobs geschaffen, und das, obwohl hauptsächlich in China produziert wird.“


Woher diese Zahlen stammen, belegt Ortner nicht. Der ganze Apple-Konzern hat weltweit rund 65.000 Mitarbeiter (Stand September 2011) und lässt wie fast alle IT-Konzerne, zB HP, von Subfirmen in Asien fertigen. Solche Partnerfirmen stehen, wie Foxconn, nicht selten wegen Unfällen, 60-Stunden-Wochen (2) und Selbstmorden am Pranger.

Näheres ist hier (3) zu finden.

Kennt Ortner diese Berichte nicht, will er sie nicht kennen oder findet er nichts dabei?


Neoliberales Menschenbild

Am ehesten ist letzteres zu vermuten, denn Ortner ist bekennender Neoliberaler, und die neoliberale Weltanschauung ist alles andere als liberal. Das urliberale "Leben und Lebenlassen" ist Neoliberalen fremd. Stattdessen wird ein sozialdarwinistisches Menschenbild gepflegt. Hier die Elite, sprich 10% sogenannter Leistungsträger, dort die träge Masse der 90% Minderleister, Versager, Faulenzer, anfällig für "populistische Forderungen" wie Mindestlohn, soziale Gerechtigkeit und Schutz der Menschenwürde. So der Tenor in Christian Ortners Beiträgen.

Neoliberale haben eine ausgeprägte Aversion gegen den Staat. Ortner verabscheut ihn geradezu. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Neoliberale Gemüter hassen zwar den Sozialstaat, können sich aber für einen Militärstaat durchaus erwärmen. Gerne drücken sie beide Augen zu, wenn Rüstungsfirmen vom Staat gehätschelt werden, wenn Kriege ihre Kassen füllen. Ronald Reagan und George W. Bush sind Ikonen der neoliberalen Glaubensgemeinde. Der eine hat durch Rüstungsausgaben (u.a. "Star Wars-Programm") das US-Staatsdefizit in astronomische Höhen getrieben, der andere zettelte völkerrechtswidrige Kriege an. Kosten derzeit insgesamt rund 5.000 Milliarden Dollar, ein Drittel der US-Staatsschulden.


Konzerne, Riesenvermögen und die Grundansprüche der Menschen

Bleibt noch die Frage:
Wer hat eigentlich das Gerücht aufgebracht, Ortner könne wenigstens gut schreiben?

Sein Treibjagd-Artikel endet mit dem Satz:
„Der Verdacht liegt nahe: Das mit dem Entstehen von Millionen Jobs in neuen Global Players zwingend verbundene Entstehen neuer Vermögen führt im europäischen Wohlfahrtsstaat zu einer kräftigen Abstoßungsreaktion des gesellschaftlichen Immunsystems.“

Was das Gestrüpp aus Nominalstil und Genitivketten bedeuten soll, bleibt dunkel.

Wie können Millionen Jobs „in neuen Global Players“ entstehen? Durch Insemination? Nun gut. Eine wirre Logik führt zwangsweise zu einem wirren Satzbau.
Ortner meint mit seinem Wortbrei vermutlich:
Die neuen (segensreichen?) Vermögen werden von den alten Strukturen (Gewerkschaften, Sozialstaat, Grüne) abgewiesen und bekämpft.

Daran sind mehrere Dinge falsch.

Vermögen sind nicht automatisch segensreich. Auch dann nicht, wenn es neue sind.
Vor allem sind Vermögenskonzentrationen in Superkonzernen eine Gefahr für die Demokratie, aber auch für einen echten Markt.
In gesellschaftlichen Strukturen dominieren ökonomische, politische, kulturelle Prozesse, nicht biologische.
Ortners soziobiologische Optik ("Abstoßungsreaktion", "Immunsystem") verkennt die Komplexität der Dinge und den Anspruch ALLER Menschen auf Individualität, Würde, Gerechtigkeit und Freiheit.
Den können Konzerne, die auf Profit geeicht sind, nicht einlösen.

Dass Gigantismus und Riesenwahn im übrigen nicht automatisch zu mehr Leistung und Qualität führen, haben zuletzt die Luxemburger Amateure aus Düdelingen bewiesen, als sie das 30 Millionen schwere Team von Red Bull Salzburg aus der Champions-League-Quali warfen.

Ortner sollte sich die Spiele einmal anschauen.

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(1)
Beschäftigungsstatistiken WKO:
http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=581839&DstID=335
http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?angid=1&stid=630659&dstid=17
http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&StID=356904&DstID=17

Ergänzungen :
Es sind in Österreich die KMUs, welche die Mehrzahl der Arbeitsplätze stellen (unselbstständig Beschäftigte) nämlich über 60,2 % (Quelle: http://www.bmwfj.gv.at/Unternehmen/versicherungsvermittler/Documents/2012%2006%20WKO-BeschStatK.pdf).

Von 2002 bis 2010 wurden 85 % aller neuen Arbeitsplätze in der EU von KMUs geschaffen und nicht von Großunternehmen.
In Österreich lag in dem selben Zeitraum das Beschäftigungswachstum bei KMUs bei 1,3 % während das von Großunternehmen nur 0,8 % aufwies.

Ebenso wurde festgestellt, dass das höchste Wachstum bei den Arbeitsplätzen bei den Kleinstunternehmen erzielt wurde, also die welche weniger als 10 Beschäftigte vorweisen können.
(Quelle: EU Kommission - http://ec.europa.eu/austria/news/2012_01_17_kmu_de.htm)


(2)
Im Juli 2010 wurden in einer indischen Foxconn-Fabrik 250 Arbeiter durch Schadstoffe verletzt.
Eine am 29. März 2012 veröffentlichte FLA-Untersuchung zeigt, dass in 3 untersuchten Foxconnwerken die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche überschritten wurde. 64 % der Foxconn-Arbeiter gaben an, mit dem Gehalt nicht ihre Grundbedürfnisse finanzieren zu können.
http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Inspektion-deckt-Missstaende-bei-Apple-Auftragshersteller-Foxconn-auf-1487122.html

Ergänzung :
Wie kommt Christian Ortner auf 500.000 Arbeitsplätze, die Apple in den USA geschaffen haben soll? Der Grund liegt in der Annahme, dass Unternehmen wie Apple oder auch Nestle fast 10 mal soviele Beschäftigte haben wie sie offfiziell angeben. Eben weil die dahinter geschaltenen Produktionsprozesse nicht von ihnen erledigt werden sondern von Subunternehmen. So kommt man bei Nestle, obwohl offiziel nur von 328.000 Mitarbeitern die Rede ist, auf ungefähr 3.000.000 Menschen, welche angeblich an diesem Unternehmen über die Produktionsketten hängen. Natürlich wäre dieser Aspekt für Christian Ortner unglaublich unangenehm, da er einräumen müsste, dass das Jobwachstum, welches er propagiert, nicht in Kalifornien, sondern in anderen Staaten stattfindet. Ganz zu schweigen von den dort gezahlten Dumpinglöhnen und den Umweltschäden.


(3)
http://www.stern.de/wirtschaft/news/vorwurf-der-ausbeutung-apple-am-pranger-1778956.html
http://www.nytimes.com/2012/01/26/business/ieconomy-apples-ipad-and-the-human-costs-for-workers-in-china.html?_r=2&scp=4&sq=apple&st=cse




 KOMMENTARE 
(zum Selber-Schreiben - hier klicken)

Josephine Bakery am 19.8.2012 um 19:01:32:
Die Frau Diplomkaufmann scheint nicht besonders begeistert von ihrem Sitznachbarn. Im Sacher zahlen sie übrigens den Zimmermädchen ganz, ganz miese Löhne, hat mir mal ein Ex-Zimmermädchen erzählt.

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*populist am 9.8.2012 um 23:34:47:
Kaum zu glauben! Herr Felber ist doch einer der höflichsten Menschen und diszipliniertesten Diskutanten überhaupt, also zumindest im Fernsehen und auf Youtube. Von Ortner kann man das leider nicht behaupten. Um wahrgenommen zu werden, hat er es notwendig, ständig unter der Gürtellinie zu agitieren. Das aber passt sehr gut zu dem Bild, das der Artikel von ihm zeichnet. Für einen Benimmkurs ist Ortner aber schon zu alt. Dat bringt in dem Alter nüscht mehr. Außerdem ist er frustriert und borniert, weil der Neoliberalismus, auf dem ja seine journalistische und Brot-Existenz beruht, im Untergehen begriffen ist. Das macht´s noch einmal schwieriger. Benehmen lernt der nimmermehr.

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Thomas Lukscheider am 9.8.2012 um 19:32:44:
Lieber Pop,

Nein. Mit "kotzpopulistisch" charakterisierte Herr Ortner nicht sich selbst. Soviel Abstand zu sich selbst, soviel Selbstkritik riskiert Christian Ortner nicht.

Im folgenden Artikel wirft Ortner dem attac-Mitglied Felber "Kotzpopulismus" vor.
http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/470829/Tiefer-gehts-immer

Die oft exaltiert bis hysterisch anmutenden Titel von Ortners Artikeln deuten an, auf welche Art er sich im folgenden Text dann selbst entblösst.

Ein interessanter und amüsanter psychologischer Aspekt.

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*populist am 7.8.2012 um 19:10:44:
Guten Tag Hr. Lukscheider. Falls Sie meine Frage lesen, ersuche ich höflich um Antwort: Wo und in welchem Zusammenhang sagt oder schreibt Ortner "kotzpopulistisch"? War das vielleicht, als man ihn danach fragte, wie er sich selbst am besten beschreiben würde? Oder meinte er gar HC Strache? Danke.

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Kragenplatzer am 7.8.2012 um 12:06:25:
Tatsächlich bin auch ich gespannt, wann denn den UnternehmerInnen (KMUs) endlich der Kragen platzt! Gerade aber die steigende Zahl EPUs sind durchwegs nicht neoliberal eingestellt, denn viele von ihnen müssen zwangsweise (weil sie zb. keine Angestelltenverhältnisse bekommen) tagtäglich am oder unterm Existenzminimum sich von mini-Auftrag zu mini-Auftrag fortwirtschaften.

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Thomas Lukscheider am 7.8.2012 um 10:06:15:
Hallo KK, Karl,
du hast recht, am schlimmsten sind die Zeloten unter den Neoliberalen, und zu denen gehört Ortner. Wie wenig sich die Eiferer um Liberalität und Menschenrechte scheren, zeigt die Unterstützung Pinochets durch die sogenannten Chicago Boys - Jünger der neoliberal-monetaristischen Richtung.

Ortners Teibjagd-Artikel, seine Beweihräucherung der Superkonzerne ist derart dummdreist und sachlich falsch, dass eigentlich so langsam auch den mittelständischen Unternehmern, die das lesen, der Kragen platzen müsste.

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KK am 7.8.2012 um 09:11:52:
Wobei man sagen muß, daß die Alt-Neoliberalen wie Friedman ja noch Verstand hatten - immerhin hatte der die Idee mit einer negativen Einommenssteuer (-> bedingungsloses Grundeinkommen) Verteilungsprobleme anzugehen.
Gefährlich sind die jungen Wut-Neoliberalen, wie Ortner, da sie ein im wesentlichen albernes ökonomisches und banales politisches Wissen haben, aber in ihrer Rechthaberei plus autoritärem Gehabe sehr dunklen Zeiten nahekommen.
Grüße,
Karl

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Thomas Lukscheider am 6.8.2012 um 16:58:16:
Lieber Edgar,

Nein. Die Neoliberalen sind keine Nudelaugen, aber ihr Weltbild ist weder ordoliberal noch sozialliberal, dafür hat es viele blinde Flecken und ein priblematisches Verhältnis zur Demokratie.

Die Weltwirtschaftskrise und das Schlussfiasko der Weimarer Republik machten klar, dass ohne staatliches Eingreifen der sich selbst überlassene Markt kollabiert und dass es zu politischen Fehlentwicklungen kommt. So entstand in den dreissiger Jahren der Ordo-Liberalismus. Die "Freiburger Schule" um den Nationalökonomen Walter Eucken verlangte vom Staat aktives Eingreifen, damit der Wettbewerb erhalten blieb, sozialer Fortschritt und politische Freiheiten garantieret blieben.

Dieser "Ordo-Liberalismus" predigte keineswegs die Rückkehr zum Manchester-Liberalismus mit einem völlig deregulierten Markt, sondern vertrat eine vernünftige Form von Verantwortungsliberalismus. Er anerkannte die Ordnungsfunktion des Staates im Bereich der Wirtschaft und hielt ein Minimum an sozialer Absicherung durch staatliche Hilfen für notwendig.

Neben dem Ordo-Liberalismus entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine Art ökonomischer Sekte, die sich erstmals 1947 im schweizerischen Kurort Mont-P&232;lerin traf. Einer der führenden Vertreter dieser "Mont-P&232;lerin-Gesellschaft" war Milton Friedman.
Unter seiner Ägide wurde eine gewerkschaftsfeindliche Ideologie zusammengebastelt, die jede Form der Keynesianischen Krisenbewältigung und vor allem den "New Deal" Roosevelts als Teufelszeug brandmarkte. Als einzige Leistungsträger sah dieser Club die Besitzer des grossen Geldes an. Die Mehrung des grossen Geldes wurde zum Credo dieser damals noch abseitigen Ökonomen.

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Edgar am 6.8.2012 um 15:11:23:
Sind die Neolibs Nudelaugen?

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Armes Schwein am 6.8.2012 um 00:26:44:
Ortner ist doch in Wahrheit ein armes Schwein. Würde er zugeben, dass er irrt, wäre er von heute auf morgen alle mit seinem neoliberalen Glaubensbekenntnis fest verbundenen Jobs los. Er wäre wie schon so oft in seinem Leben wieder der Geschasste. Wovon dann leben? Er kann also aus Angst vor materieller Not, aus Angst, selbst Opfer des aktuellen Wirtschaftssystems zu werden, es sich schlicht nicht leisten, die Wahrheit zu schreiben - selbst wenn er intelligent genug wäre die Fakten zu verstehen und darzulegen. Ist er das? Zudem müsste er sich dann bis ins von ihm geforderte 70. Lebensjahr (Pensionsantrittsalter) mit welchen Jobs eigentlich? hinüberretten. Angesichts der sich zuspitzenden Systemkrise/Wirtschaftslage wirkt jeder neue Beitrag von ihm jedesmal um ein Vielfaches lächerlicher als der vorige. Die Fakten widersprechen seinen oft auch SCHWEINISCHEN Kommentaren in Presse u. Wr. Zeitung.

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Eugen Leirer am 5.8.2012 um 17:17:31:
Frau Fekter hat es auf einer Veranstaltung der WU Wien geschafft, 500.000 statt 50.000 vom Blatt abzulesen. Eine Finanzministerin sollte wenigstens die richtigen Dimensionen im Kopf haben. Und wenn sie schon abliest, dann wennigstens richtig.

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Zahlenbert am 5.8.2012 um 17:05:01:
Bei der Apple-Mitarbeiterzahl hat sich Ortner in typisch neoliberaler Manier um ca. eine glatte Null geirrt: Apple beschäftigte Ende September 2011 rund 60.400 Mitarbeiter (gezählt in Vollzeit-Äquivalenten) sowie 2.900 vorübergehend Beschäftigte und Subunternehmer. Davon waren etwa 36.000 Angestellte im Retail-Bereich beschäftigt. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Apple, apple.inc. 2011) Sie haben es halt leider nicht so mit den Zahlen, die Neolibs ...

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